Ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS)

34 Jahre bin ich jetzt und 14 Jahre davon laufe ich. Nach meinem Umzug vom Schwarzwald nach Köln, weg von meinem Skiverein, wusste ich erst mal gar nicht, was ich sportlich so machen könnte. Freunde schenkten mir Laufschuhe zum Geburtstag und so hat es mich erwischt.

Meinen ersten Marathon bin ich vor 12 Jahren gelaufen- und mit dem Ehrgeiz kamen auch die nie enden wollenden Verletzungen. Am häufigsten plagte mich ein entzündeter Tractus iliotibialis am linken Knie. Nach jeder Intensivierung meines Trainings folgten die bekannten Probleme: Schmerzen, Arztbesuche, Diclofenac, Laufpausen, Spritzen, Kühlen, Laufbandanalysen, Schuheinlagen – trotzdem laufen, mit Schmerzen und letztlich Chronifizierung der Verletzung.

Ich war total frustriert, habe versucht aufs Rennrad fahren auszuweichen…. Aber Laufen ist halt Laufen und für mich nicht zu ersetzten.
Eigentlich hatte ich innerlich schon aufgegeben und versuchte damit klar zu kommen, meinen Lieblingssport an den Nagel hängen zu müssen.

Zufällig beim surfen im Internet bin ich auf die Internetseite von POSE gestoßen. Schon beim ersten Lesen hat mich dieses Konzept überzeugt.
Das erste mal hatte ich das Gefühl, dass hier nicht nur Symptome behandelt werden – vielmehr vermittelte mir das Konzept von POSE, dass es um die Vermeidung der Ursache von Verletzungen beim Laufen geht.
Durch richtiges Laufen könnte ich die Dinge selber in die Hand nehmen. Mit dem Laufen nach POSE würde ich an den Ursachen des Übels arbeiten. Durch einen falschen Laufstil hatte ich gesundheitliche Probleme bekommen.
Die POSE Methode ist sportphysiologisch total logisch und eigentlich ganz leicht nachvollziehbar.

Kurz und gut – ich hatte das Glück, dass just zu dieser Zeit ein POSE Kurs in Düsseldorf stattgefunden hat. Claudia, die Kursleiterin war phantastisch. Ein kleiner Floh, ruhig und gelassen –und pädagogisch in ihrer Art unvergleichbar.
Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht. Claudia gab mir von Anfang an das Gefühl, dass meine Knieprobleme überhaupt nicht dramatisch sind.
Nach dem ich wegen meiner Schmerzen vor dem Kurs überhaupt nicht mehr laufen konnte, habe ich nach dem Kurs langsam versucht das Neugelernte umzusetzen. Der erste Erfolg war schnell spürbar – ich hatte weniger Schmerzen, wenn ich versucht habe, nach der POSE Methode zu laufen.

Es war gar nicht so einfach, nach jahrelangem Laufen, den Stil umzustellen. Deswegen bin ich nach Müllheim zu einem Kurs von Dr. Weinert gefahren. Ich wollte direkt am Anfang vermeiden, dass ich POSE – so ganz alleine für mich- falsch umsetze, und sich Fehler einschleichen, die man anfangs selber nicht so merkt.
Dr. Weinert hat mich in seiner Begeisterung sehr überzeugt und ich bewundere einen solchen persönlichen Einsatz.

Mir ist bewußt, dass ich noch viel üben muss. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich schludere. Dass meine Füße nicht vom Boden gehen. Und dass meine Körperhaltung schlapp macht.
Aber ich bin verletzungsfrei. Und ich bin dieses Jahr den Köln Marathon gelaufen. Vorsichtig und langsam zwar- ABER KOMPLETT OHNE SCHMERZEN und auch nach dem Marathon hatte ich keinen entzündeten Tractus. Ich konnte es gar nicht fassen- mir hatten Ärzte doch vor 2 Jahren gesagt, dass ich mit dem Laufen aufhören muß und ganz bestimmt nie wieder einen Marathon laufen werde. Das erste Mal musste ich beim Zieleinlauf weinen.
Das verdanke ich POSE – und ich freue mich noch auf viele weitere POSE Kurse.
Und ich würde so gerne einmal Dr. Romanov kennen lernen.

Michelle Ulrich